schmücktem Holzknüppel,
der sog.“Knüppelgarde“. Schön anzuschauen
die vielen Mädchen mit ihren bunten Blumenbögen.
Unter großer Beteiligung der Erwachsenen wurde dann
der Parademarsch auf dem Marktplatz durchgeführt. Zuvor
traf man sich mit den Betreuern „Schulten Otto“
und „Mein`cken Otto“ zum Exerzieren und an zwei
Donnerstagen wurde versucht, den Kindern im Schützenhaus
beim sog. Vortanzen die Grundbegriffe des Tanzens beizubringen.
Kindertänze wie „Lieber Schuster du...“,
„Wenn hier `n Pott mit Bohnen steit...“, Polka
und Walzer haben einer ganzen Kindergeneration die Grundbegriffe
und Freude am Tanzen gelehrt. Und wenn dann am Freitagnachmittag
der Kindertanz begann, mußten sich die Paare in zwei
Reihen auf dem Saal aufstellen, denn es konnte nur wechselweise
getanzt werden, so groß war der Andrang. Mit eiserner
Disziplin wachten die Betreuer darüber, daß niemand
zweimal tanzte. Auf dem Vorplatz vergnügten sich derweil
die Kinder mit dem Kettenkarussell, der Schiffschaukel und
der Schießbude von Gansebohms. Zuvor hatte Bäckermeister
Bernhard Rabe alle Kinder in langer
Schlange antreten lassen, um ihnen eine kostenlose Eiskugel
auszugeben – übrigens die einzige Spende, die
ein Kind damals kostenlos genießen konnte!
In den 50er Jahren hatten die Schüler am Freitag nach
Pfingsten schulfrei, wenn sie dann am Kinderschützenfest
teilnahmen. Auch daraus erklärt
sich die große Teilnehmerzahl. Genau wie auch noch
heute wurden die älteren Kinder mit den Offiziers-
und Unteroffiziersrängen bedacht. Und das ging der
Reihenfolge nach: Der Älteste, der das 14.Lebensjahr
noch nicht überschritten haben durfte, wurde 1.Hauptmann,
der Zweitälteste

Kinderschützenfest 1955: 2. Hptm.
Helmut Müller
vor dem Parademarsch auf dem Marktplatz